Übersetzung oder Lokalisierung: Wie schreibt man für den globalen Markt?

Writing for international markets

Bildnachweis: Christin Hume

Wer auf globaler Ebene mit Kund*innen und Partner*innen kommuniziert, muss einen schwierigen Spagat zwischen großer Reichweite und gezielter Ansprache meistern. Während Texte mit hoher sprachlicher und kultureller Spezifität die Menschen persönlich ansprechen und so vertrauen schaffen, erreichen Sie mit einer allgemeinen und einfacheren Ansprache mehr Menschen mit weniger Arbeitsaufwand.

Durch Übersetzungen und Lokalisierung können Sie Inhalte aus den Bereichen Marketing, PR, Kundenkommunikation, Investor Relations und Rechtstexte einem internationalen Publikum zugänglich machen. Doch auch wenn diese beiden Serviceleistungen ein ähnliches Ziel verfolgen, ist es wichtig den Unterschied zu kennen.

Der Unterschied zwischen Übersetzung und Lokalisierung

Übersetzungen dienen einem klaren Ziel: den Ausgangstext in der Zielsprache möglichst genau wiederzugeben. So werden Sprachbarrieren überwunden und die Reichweite der Informationen wird vergrößert. Es gibt hier beachtliche Unterschiede bei der Qualität, doch letzten Endes sind Übersetzer auf sprachliche und terminologische Korrektheit fokussiert.

Wenn die Unterschiede aber nicht nur sprachlich sondern auch kulturell sind, stößt auch eine gute Übersetzung an ihre Grenzen. Kulturelle Bezüge, idiomatische Ausdrücke oder Sprachwitze lassen sich oftmals nur schlecht übersetzen und auch innerhalb einer Sprache kann es regionale Eigenheiten geben. Wer zu spät merkt, dass eine Übersetzung kulturell unangemessen ist, riskiert einen großen finanziellen Schaden zu verursachen. Die Liste an unabsichtlich komischen oder vulgären Produktnamen und Slogans ist lang.

Lokalisierungsexpert*innen verhindern nicht nur Fettnäpfchen. Die regionale Anpassung von Texten schafft vor allem Vertrauen und eine stärkere Identifikation mit der Aussage des Textes. Hamburger*innen beispielsweise mit „Moin!“ zu begrüßen, holt sie in ihrer Komfortzone ab. In Süddeutschland oder Österreich erreichen Sie diesen Effekt eher mit der Begrüßung „Servus!“

Die wichtigste Voraussetzung für einen guten Text ist eine genaue Kenntnis der Zielgruppe. Auf dieser Grundlage entscheidet sich auch, in wie viele Sprachen es sich lohnt, zu übersetzen und wie sehr man den Text lokalisieren sollte. Grundsätzlich gilt: je sachlicher ein Text ist, desto eher reicht eine traditionelle Übersetzung.

Bei EnglishBusiness bieten wir neben Fachübersetzungen auch die Leistungen an, wie Transcreation und Redigieren an, die Texte sprachlich und kulturell genau an die Zielgruppe anpassen. Welche Leistungen eignen sich also für welche Textart?

Fachübersetzungen:

  • Geschäftsberichte
  • Verträge
  • IR Kommunikation
  • Akademische Texte
  • Technische Fachübersetzungen

Transcreation und Redigieren:

  • Marketingtexte
  • Regionale Pressemitteilungen
  • Bewerbungsunterlagen
  • HR Unterlagen
  • Stellenausschreibungen

Der Arbeitsaufwand ist bei einer Transcreation grundsätzlich höher und lohnt sich vor allem dann, wenn man von vorne herein eine bestimmte Region oder Kulturgruppe ansprechen möchte. Andernfalls sollten Sie versuchen Texte möglichst allgemeingültig und verständlich zu formulieren. Das hilft nicht nur den Lesern allgemein, sondern schafft auch einen guten „Rohstoff“ für eine präzise Übersetzung.

Internationale Texte sollten leicht zu verstehen sein – und gut übersetzbar

Je größer die Reichweite eines Textes, desto verständlicher sollte er sein. Bei einer internationalen Leserschaft ist es nicht selbstverständlich, dass kulturelle Referenzen, Schachtelsätze, Metaphern, Implikationen oder außergewöhnliche Vokabeln verstanden werden.

Es ist kein Zeichen von Kompetenz einen besonders komplizierten Text zu schreiben, im Gegenteil: Wirklich fundiertes Wissen zeigt sich daran, dass man die Informationen klar und strukturiert präsentieren kann. Zusätzlicher Vorteil: Wenn ein Text sich einfach lesen lässt, lässt er sich auch besser übersetzen.

Gute Übersetzer*innen werden immer versuchen, ihren Kund*innen hochwertige Übersetzungen zu liefern. Denn wie ein guter Tischler oder eine gute Tischlerin auch aus schlechtem Holz einen guten Tisch baut, können erfahrene Sprachexpert*innen bei holprigen Texten viel abfangen. Das beste Endprodukt und eine schnellere Lieferung erhält man jedoch mit einem übersetzerfreundlichen Ausgangstext – einem guten Rohstoff, wenn man so will.

Texte international und übersetzbar machen

Beachten Sie diese Tipps, um Ihre Texte präzise und verständlich zu gestalten:

  • Kurze Sätze: Fragen Sie sich bei jedem Satz, ob er kürzer sein könnte oder sich in mehrere Sätze unterteilen lässt. Mit etwas Übung erhöhen Sie so die Prägnanz des Textes und der Inhalt tritt noch klarer zum Vorschein.
  • Einheitliche Terminologie: Das gleiche Wort zu wiederholen, ist stilistisch verpönt. Doch auch zu viele Synonyme können verwirren. Das gilt vor allem bei Fachtexten, wo die Terminologie präzise definiert ist. Wer Umsatz meint, sollte also nicht „Ertrag“ schreiben auch wenn die Beträge von Umsatz und Ertrag unter Umständen gleich sein können.
  • Keine idiomatische Sprache: „Jetzt haben wir den Salat“ oder „Das ist mir Wurst“ werden in Deutschland verstanden, aber bei der Übersetzung wird es schon schwierig. Auch auf nationaler Ebene werden idiomatische Ausdrücke nicht überall verstanden. Sagen Sie einem Bayer doch mal, dass er tüdelt oder einem Hamburger, dass es hinten höher als vorne wird.
  • Zweideutigkeit und Wortspiele vermeiden: Formulierungen, die auf Eigenschaften der spezifischen Sprache beruhen, werden nicht immer verstanden und lassen sich selten in andere Sprachen übertragen. Nutzen Sie Wortspiele und zweideutige Formulierungen also sparsam.
  • Aktiv statt passiv: Satzstrukturen im aktiv sind klarer und damit leicht zu verstehen.
  • Halten Sie Entscheidungen fest: Sie können Ihre Texte verbessern indem Sie stilistische und terminologische Entscheidungen festhalten und einheitlich anwenden. Aus diesem Grund legen wir für Kunden Styleguides und Glossare an.
  • Lektorat durch Muttersprachler*innen: Nur Muttersprachler*innen haben das Sprachgefühl und den kulturellen Hintergrund, um einen Text vor der Veröffentlichung angemessen zu überprüfen. Ihre Leser*innen sind schließlich auch überwiegend Muttersprachler*innen und werden es Ihnen danken.

Sie haben noch Fragen zu Ihrer internationalen Kommunikation? Unsere Sprachexpert*innen beraten Sie gerne!

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