Andere Länder, andere Sitten: Osterbräuche weltweit

Fisch an Karfreitag, Osterlamm (für alle nicht Vegetarier) am Ostersonntag und die traditionelle Ostereiersuche stehen bei vielen Familien zu Ostern auf dem Programm. Aber wie sehen die Ostertraditionen in anderen Ländern rund um den Globus aus? Wir haben für Sie ein paar spannende Bräuche herausgesucht. Viel Spaß beim Lesen!

Australien: Putziges Beuteltier hoppelt Osterhasen den Rang ab!

In Australien findet man neuerdings Schokoladen-Bilbys in den Supermärkten: Der Bilby, ein Kaninchennasenbeutler, ist hier die Alternative zum Osterhasen. Das liegt daran, dass Kaninchen –- vor allem Wildkaninchen – in Australien nicht besonders beliebt sind. Sie verbreiten sich nicht nur ungehemmt, seitdem sie Mitte des 19. Jahrhunderts von Europäern eingeschleppt wurden, sondern fressen auch Weiden und Felder kahl und bescheren der Landwirtschaft jährlich Millionenschäden. Darüber hinaus drängen sie einheimische Tierarten zurück – insbesondere auch den Kaninchennasenbeutler Bilby, den man durch sein schokoladiges Abbild zu schützen versucht.

Bermuda: Drachensteigen

Wie in vielen anderen Ländern feiern auch die Einwohner*innen von Bermuda Ostern mit bunten Eiern, Eiersuchen und dem Osterhasen. Sie besuchen Gottesdienste und nehmen ein Festessen mit ihren Familien ein: Kabeljaukuchen und britische Hot Cross Buns gehören dazu.

Eine sehr einzigartige Tradition ist das Drachensteigen am Karfreitag. Es ist ein einzigartiges Kulturgut und hat einen religiösen Hintergrund. So soll ein Lehrer auf Bermuda am Karfreitag versucht haben, seiner Sonntagsschulklasse mit Hilfe eines Drachens den Aufstieg Christi in den Himmel zu erklären. Ein traditioneller Bermuda-Drachen aus verschiedenfarbigem Seidenpapier hat deshalb immer noch die Form eines Kreuzes. Sie möchten auch einen Drachen basteln? Hier finden Sie eine passende Anleitung!

Deutschland: Tanzen verboten!

Der Karfreitag zählt in Deutschland, wie auch der Volkstrauertag, zu den „stillen Tagen“. An diesen Tagen sind u. a. Tanzveranstaltungen untersagt. Allerdings gibt es seit einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2016 eine Möglichkeit, dieses Verbot mit einer entsprechenden Sondergenehmigung zu umgehen, und zwar dann, wenn die Versammlungs- oder Religionsfreiheit durch das Verbot eingeschränkt wird.

Frankreich: Ostereier einmal ganz anders!

Wie in Deutschland gehört auch in Frankreich das Ostereiersuchen zur Tradition dazu. In Frankreich wird aber auch jedes Jahr das größte Oster-Omelett der Welt zubereitet, das die Einwohner der Gemeinde Bessières am Ostermontag servieren. Sie verwenden dafür mehr als 4.500 Eier und verpflegen die gesamte Gemeinde ebenso wie schaulustige Touristen. Im Jahr 2016 wurden gar 15.000 Eier verwendet. Die Eier werden traditionell morgens mit der Familie aufgeschlagen, bevor alle auf dem Marktplatz zusammenkommen und zuschauen, wie sie zum Mittagessen zubereitet werden.

Die Legende besagt, dass Napoleon Bonaparte und seine Armee im 18. Jahrhundert in Bessières Rast machten. Ein dort ansässiger Koch bereitete ein so schmackhaftes Omelett zu, dass Napoleon die Bürger anwies, so viele Eier wie möglich zusammenzutragen, damit seine gesamte Armee auch von einem solchen Omelett kosten konnte.

Ganz Griechenland sieht rot

Waren Sie schon mal zu Ostern in Griechenland und haben sich gewundert, warum alle Ostereier hier rot eingefärbt sind? Das griechische Osterfest (Ágio Pás-cha) ist das bedeutsamste Fest der orthodoxen Kirche. Dazu werden in der Karwoche, traditionell am Gründonnerstag, alle Ostereier rot eingefärbt. Das rote Ei steht dabei sowohl für Fruchtbarkeit als auch für den Beginn neuen Lebens. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Der Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls, an dem Jesus Christus Brot und Wein symbolisch für seinen Körper und sein Blut mit seinen Jüngern teilte. Das Ei selbst symbolisiert das Grab Christi, das ebenso hermetisch versiegelt war wie es die Schale von Eiern ist. Das Leben darin ist geschützt (wie der Sarg Jesus Christi im Grab). Die rote Farbe symbolisiert das Blut Christi.

Neuseeland: Die große Osterhasenjagd

Wie in Australien sind auch in Neuseeland „Osterhasen“ (stellvertretend für Wildkaninchen) aus ähnlichen Gründen nicht sehr beliebt: Sie vermehren sich rasant, mümmeln den Schafen das Futter weg und werden dafür verantwortlich gemacht, das heimische Pflanzen und Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Während man andernorts auf der Welt sehnlichst auf den Osterhasen wartet, greifen die Einwohner in der Region Otago jedes Jahr zu ihren Waffen und begehen die „Große Osterhasenjagd“. Hierbei lassen jedes Jahr über 10.000 Kaninchen ihr Leben – der Osterhase sollte sich wohl nur inkognito blicken lassen.

Nordwesteuropa: Das traditionelle Osterfeuer

Wie auch in Deutschland entzünden Menschen in vielen Ländern Nordwesteuropas zu Ostern große Lagerfeuer, die sogenannten Osterfeuer. Beim Osterfeuer handelt es sich um einen germanischen beziehungsweise heidnischen Brauch. Es soll zum ersten Mal im Jahre 751 in einem Schriftwechsel zwischen Papst Zacharias und dem Missionar Bonifatius als ‚ignis pachalis‘ beschrieben worden sein.

Ursprünglich dienten sie dazu, den Winter zu vertreiben oder den Frühling zu begrüßen. Die Asche wurde anschließend auf den Feldern verteilt, um den Boden für die kommende Saison fruchtbar zu machen.

Papua-Neuguinea: Tabak statt Schokolade

Als Land mit einer starken Verwurzelung im Christentum hat Ostern für die Bewohner Papua-Neuguineas eine besondere Bedeutung. Während das westliche Osterfest heute mit Kommerzialisierung und einem Übermaß an Schokolade verbunden ist, ist das in Papua-Neuguinea anders. In den Regalen der Supermärkte findet man keine Ostereier und auch den Osterhasen sucht man vergeblich.

Dies mag daran liegen, dass Schokolade in einem so heißen und feuchten Land wie Papua-Neuguinea nur begrenzt haltbar ist. Vielleicht ist es auch einfach so, dass der kommerzielle Charakter von Ostern die Gesellschaft von Papua-Neuguinea noch nicht erreicht hat.

Einer der einzigartigsten Osterbräuche in Papua-Neuguinea hat mit Tabak zu tun. Bei dieser Tradition, die zum Kirchenbesuch anspornen soll, werden kleine Bäume oder Zweigbüschel vor der Kirche platziert. An diese werden dann Tabakstangen oder Zigarettenschachteln gehängt, die im Anschluss an den Gottesdienst verteilt werden.

Schweden: Ja, ist denn schon Halloween?

In Schweden verkleiden sich die Kinder am Gründonnerstag (in Westschweden am Ostersamstag) als Osterhexen (Påskkärringar). Neben einem langen Kleid, Schürze und Kopftuch ist oberstes Gebot bei der Kostümzusammenstellung: Nichts darf zusammenpassen.

Ähnlich wie an Halloween laufen die Kinder durch ihre Viertel und klingeln an die Türen der Nachbarn. Anstatt Süßes einzufordern (sonst gibt es Saures), tauschen sie kleine selbstgebastelte Kunstwerke oder selbstgemalte Bilder gegen Süßigkeiten.

Der Brauch, der in Westschweden bereits seit der Zeit um 1850 praktiziert wird, geht auf die Erzählung zurück, dass an diesem Tag die Hexen auf ihren Besen nach Blåkulla (das schwedische Pendant zum Blocksberg) fliegen.

Bei EnglishBusiness freuen wir uns auf geruhsame Ostertage mit Freund*innen und unseren Familien. Jetzt ist die Zeit, sich von der Geschäftsberichtssaison zu erholen, bevor wir mit der Übersetzung der Q1-Berichte nach Ostern wieder durchstarten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Ostern und viele Ostereier!

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